DRK-Schwestern dürfen bald wieder wählen
Essen. Im Streit über die Sonderstellung der DRK-Schwesternschaft am Essener Uniklinikum zeichnet sich eine Einigung ab.
Im Streit über Sonderverträge des Universitätsklinikum Essen mit der Schwesternschaft des Deutschen Roten Kreuzes (DRK), die rund 1300 Pflegekräfte stellt, zeichnet sich eine Einigung ab: Sprachen Personalräte des Klinikums noch im Dezember aufgrund fehlender Arbeits- und Tarifverträge von „entrechteten Mitarbeitern“, soll ihr Einsatz nach NRZ-Informationen nun neu geregelt werden.
Recht und Ordnung
Seit 1913 pflegen die DRK-Schwestern am Uniklinikum. Damals wurde ein Vertrag zwischen den Schwestern und der Klinik geschlossen, einer, der es ihnen ermöglichte, im Spital zu arbeiten: in ihrer Rolle als Vereins-Mitglieder, nicht als Arbeitnehmer. Dieser Gestellungsvertrag ist, mit wenigen Änderungen, bis heute gültig.
Für die Schwestern gilt bei Auseinandersetzungen das Vereins- und nicht das Arbeitsrecht. Vorgesetzte ist die DRK-Oberin und nicht der Klinikchef. Sie haben keine Arbeitsverträge, nur eine Satzung und Ordnungen. Streiken ist tabu. Tarifverträge gelten nicht.
Als es für die Schwestern immer schwieriger wurde, neue Mitglieder zu finden, kam ihnen das Klinikum entgegen: Wer ab 2005 am Klinikum in der Pflege tätig werden wollte, musste bei den DRK-Schwestern Mitglied werden; mittlerweile gilt dies ebenso für Männer. Seither wettert der Personalrat des Klinikums gegen die „Entrechtung“, wie es Personalrats-Chefin Alexandra Willer im Dezember formulierte.
Dienstvereinbarung bis Februar abgeschlossen
Klinikkreise berichten, dass bis Ende Februar eine Dienstvereinbarung abgeschlossen werden soll, die die Regularien für die Wiedereinführung der Wahlfreiheit zwischen Arbeitgeber Uniklinikum und dem Einsatz über die DRK-Schwesternschaft regeln soll.
Der Gestellungsvertrag soll ebenfalls geändert werden. Das habe die Klinikleitung um den Ärztlichen Direktor Eckhard Nagel glaubhaft versichert. Man wolle Bewerbern künftig neutral beide Möglichkeiten anbieten können. Klinikchef Nagel will sich zum laufenden Verfahren „nach außen hin nicht äußern, bis wir die Zielrichtung abgeschlossen haben“. Doch er versichert: „Es geht zügig voran.“
Autor: Pascal Hesse
Quelle: http://www.derwesten.de/staedte/essen/drk-schwestern-duerfen-bald-wieder-waehlen-id6283593.html
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